Erinnerungen an Jakob Dohmen zum 100. Geburtstag – Mehr als ein Name auf dem Straßenschild
Zum 100. Geburtstag von Jakob Dohmen – einem Mann, der Blatzheim geprägt und Menschen zum Mitmachen bewegt hat – von Miriam Dohmen:
„Am 12. Oktober 2026 wäre Jakob Dohmen 100 Jahre alt geworden. Sein Tod liegt inzwischen 34 Jahre zurück. Und doch ist sein Name in Blatzheim bis heute präsent: auf einem Straßenschild, in der Geschichte der Vereine, der Feuerwehr, der Kommunalpolitik – und vor allem in den Erinnerungen der Menschen, die ihn kannten.
Jakob Dohmen war vieles: Kommunalpolitiker, Gewerkschafter, Bürgermeister, Vereinsmensch, Karnevalist und überzeugter Christdemokrat. Aber all diese Ämter erzählen noch nicht, was Blatzheim für ihn bedeutete.
Geboren wurde Jakob Dohmen am 12. Oktober 1926 in Nörvenich. 1928 zog die Familie nach Bergerhausen, später besuchte er die Volksschule in Blatzheim. Eigentlich wollte er Verwaltungsbeamter werden. Doch sein Vater weigerte sich während der NS-Zeit, für seinen Sohn das erforderliche politische Führungszeugnis ausstellen zu lassen. So wurde aus dem geplanten Verwaltungslehrling ein Elektriker beim Blatzheimer Meister Josef Dohmen. Eine Entscheidung, die seinen Lebensweg nachhaltig verändern sollte.
Kaum 18 Jahre alt, wurde Jakob Dohmen eingezogen. Krieg und Verwundung folgten. 1945 kehrte er zu Fuß von Nordböhmen (heute Tschechien) nach Blatzheim zurück. Während seiner beschwerlichen Reise in die Heimat gab er sich bei Festnahmen durch Russen oder Amerikaner als Belgier aus.
Wieder zu Hause arbeitete er weiter, engagierte sich in der Katholischen Jugend und begann, sich gewerkschaftlich und politisch einzubringen. 1946 trat er der CDU bei.
Dabei war sein politisches Verständnis alles andere als ein reines Parteidenken. Jakob Dohmen verstand sich als christlicher Gewerkschafter. Soziale Gerechtigkeit und christliche Überzeugung gehörten für ihn zusammen. Seine politische Arbeit sollte nicht Selbstzweck sein, sondern den Menschen dienen.
Und genau das führte ihn schließlich mitten hinein in die Blatzheimer Kommunalpolitik.
1958 wurde Jakob Dohmen Bürgermeister von Blatzheim. Über viele Jahre prägte er die Entwicklung des Ortes und engagierte sich darüber hinaus auf Kreis- und später auf Stadtebene. Doch mindestens ebenso wichtig wie die politischen Ämter war ihm das Leben vor Ort.
Er war Vorsitzender der Vereinigten Ortsvereine Blatzheim und wurde 1988 zu deren Ehrenvorsitzendem ernannt. Und wer ihn mit Blatzheim und Karneval verbindet, liegt ebenfalls richtig: Von 1960 bis 1986 leitete er 37 von insgesamt 39 Karnevalssitzungen der Vereinigten Ortsvereine.
Das vielleicht schönste Zeugnis dafür, wie sehr Jakob Dohmen andere Menschen geprägt hat, stammt allerdings nicht aus einer offiziellen Biografie.
Anlässlich seiner Ehrung 1988 blickte Bernhard Ripp auf seinen eigenen politischen Weg zurück – und machte dabei Jakob Dohmen gewissermaßen für seine eigene Karriere verantwortlich. Schon Anfang 1974 hatte Jakob ihm sinngemäß eröffnet, dass er sein Nachfolger als Vorsitzender der Blatzheimer CDU werden solle. Bernhard wurde tatsächlich gewählt und blieb über Jahrzehnte in dieser Verantwortung.
Das sagt viel über Jakob Dohmen aus: Er wollte Verantwortung nicht für immer selbst behalten. Er traute sie anderen zu. Und er brachte Menschen dazu, sie zu übernehmen.
Sein Engagement wurde vielfach ausgezeichnet: 1973 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1985 den Ehrenring des Erftkreises, 1987 die Hans-Böckler-Medaille und 1990 wurde er Ehrenbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Blatzheim. 1992, wenige Monate vor seinem Tod, folgte der päpstliche Orden Pro ecclesia et pontifice.
Doch vielleicht ist eine andere Auszeichnung bis heute die sichtbarste: 1994 wurde in Blatzheim auf Initiative von Klaus und Bernhard Ripp eine Straße nach Jakob Dohmen benannt.
Und dort endet seine Geschichte nicht.
Jakob Dohmen und seine Ehefrau Marianne hatten zwei Söhne, Franz-Peter und Ulrich. Sein älterer Sohn Franz-Peter heiratete 1981 Elvira Imhof. Aus dieser Verbindung ging David Dohmen hervor. David engagiert sich seit seiner Kindheit bis heute in der Freiwilligen Feuerwehr Blatzheim. Und David wiederum ist Vater von Luisa und Lena.
So trägt sich der Name Dohmen in Blatzheim bis in die nächste Generation weiter.
Vielleicht ist genau das das schönste Vermächtnis eines Menschen: nicht nur eine Straße, ein Amt oder eine Auszeichnung zu hinterlassen, sondern Menschen, die seine Verbundenheit mit dem Ort weitertragen.
Jakob Dohmen starb am Morgen des 9. September 1992 nach schwerer Krankheit.
100 Jahre nach seiner Geburt ist sein Name deshalb weit mehr als Erinnerung an einen früheren Bürgermeister.
Jakob Dohmen gehört zur Geschichte Blatzheims. Und ein Teil dieser Geschichte lebt bis heute weiter – in den Vereinen, in der Feuerwehr, in den Menschen und in seiner Familie.“
Tondokument: Jakob Dohmen als Sitzungspräsident der VOB-Sitzung:








