Viele Erinnerungen wurden wach
Da waren viele Teilnehmer erstaunt, als die „Alten“ bei einem Spaziergang durch Blatzheim erzählten, welche Geschäfte es vor einigen Jahrzehnten noch in Blatzheim gab: „Hier war eine Bäckerei. Hier war auch ein Lebensmittelladen.“ Die Zahl der Geschäfte, Handwerksbetriebe und Landwirte war immens. „Und alle Kneipen konnten man früher beim Frühschoppen nach dem Hochamt kaum schaffen.“ Da kamen viele Erinnerungen hoch.
Ortsvorsteher Klaus Ripp hatte eine „Führung durch das historische Blatzheim op Blozeme Platt“ angeboten. Der Titel war „Ne Spazeerjang durch Blozem – zwesche domols on höck“. Und die Nachfrage war so groß, dass daraus gleich zwei Führungen wurden. Anlass war das Projekt „Uns Sproch es Heimat“, das aktuell in der LEADER-Region Zülpicher-Börde durchgeführt wird, zu der Blatzheim seit 2023 gehört.
In einer Einführung im Kunibertus-Haus ging Ripp zunächst anhand von Karten und Luftbildern auf die Entwicklung Blatzheims in den letzten Jahrzehnten ein. „Früher gab es nur die Hauptstraße (jetzt Dürener Straße) und die Bergstraße.“ Anschließend zog die Karawane über die Dürener Straße, die Stockemsgasse, die Bergstraße, am „Mölleberg“ vorbei zur Kapelle und über die Dürener Straße zur Gaststätte Kreutz zu einem Abschlussbier. Schließlich hatte Blatzheim auch eine Brauerei.
Stationen waren u.a. die Peters Mühle, das Gemeindehaus, das alte Spritzenhaus, die Grundschule, das ehemalige Kloster, die Klostermühle und die Kapelle. Anhand von Fotos wurde an ehemalige Straßenansichten, Geschäfte und vielen mehr erinnert. Und viele brachten ihr Wissen ein, was hier und da mal war.
Auch wenn die gesamte Führung im Blatzheimer Dialekt war, konnten auch diejenigen, die der heimischen Sprache nicht mächtig waren, der Führung gut folgen. Alle waren sich einig, dass die Führung wiederholt und fortgesetzt werden muss.
Um dies zu ermöglichen, ruft Ripp dazu auf, in alte Fotoalben zu blicken, ob dort noch alte Fotos von Blatzheim existieren, die alte Geschäfte, Betriebe, Straßenansichten oder ähnliches zeigen. In diesem Fall bitte bei Klaus Ripp (klaus.ripp@t-online.de) melden.
(Video: Annika Esch, Kulturhof Vellbrück)
(Video: Polina Dekarz)

