Jo van Nelsen überzeugte mit Grammophonlesung

Eine Lesung besonderer Art boten jetzt die Buchstützen Blatzheim im Kunibertus-Haus. Unter dem Titel „Lametta, Gans und Siegerkranz“ überzeugte Schauspieler, Regisseur, Musikkabarettist und Satiriker Jo van Nelsen mit seiner Grammophon-Weihnachtslesung „Lametta, Gans und Siegerkranz“ die zahlreichen Besucherinnen und Besucher.

„Wie wurde Weihnachten eigentlich 1870 gefeiert? Oder 1914? Und bei den Nazis?“ Dies zeigte van Nelsen eindrucksvoll mit Texten namhafter und auch nicht mehr bekannter Autoren, mit Bildern und Musik.

Alte Weihnachtspostkarten oder Werbeanzeigen wurden an die Leinwand projiziert und die Musik kam von alten Schellackplatten über sein mitgebrachtes Grammophon. Die Zuhörer erfuhren so, wie Weihnachten früher gefeiert oder auch missbraucht wurde. Darüber hinaus die Zuhörer auch etwas über die Entwicklung des Grammophons.

Und was kam damals unter den Weihnachtsbaum? Neben den „Schweißsocken mit patentiertem Rand“ und der passenden „Schweißseife“ gab es eine „tragbare Kopfdusche“. Mit diesem Geschenkvorschlägen oder auch mit Texten wie der „Himmlische Nothilfe“ von Kurt Tucholsky sorgte van Nelsen ein ums andere Mal für Heiterkeit beim Publikum.

Aber teilweise zeigte van Nelsen auch sehr tragische oder traurige Werke auf. Besonders zur Zeit des 1. Weltkriegs und zur Nazi-Zeit wurde „Weihnachten“ zu Propagandazwecken missbraucht. „Wir spielen Weltkrieg!“ lautete ein Bilderbuch für Kinder. Mit einer Auflistung aller Kriege seit dem 2. Weltkrieg beendete van Nelson das Programm.

Ein humorvoller, aber auch sehr nachdenklicher Abend. Beeindruckend aber die Art und Weise, wie van Nelson das Thema aufbereitet und vorgetragen hat. Das Publikum dankte es mit langem Applaus.

Applaus gab es aber auch wieder für Sabine Festag vom Buchstützen-Vorstand, die – wie immer bei den Lesungen der Buchstützen – für einen leckeren Pausenimbiss gesorgt hatte. Dabei durfte auch die Weihnachtsgans in Form von Plätzchen nicht fehlen.

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