Glück gehabt – Sandsäcke hielten – Danke an alle, die geholfen haben

„Wenn man die Katastrophe im nur 13 Kilometer entfernten Blessem oder an anderen Orten sieht, dürfen wir nicht klagen. Wasser im Keller ist dagegen nichts. Wir haben Glück gehabt“, so die Reaktionen der auch in Blatzheim, Bergerhausen und Niederbolheim vom Hochwasser des Neffelbachs und des Starkregens betroffenen Personen.

Hier und da Wasser im Keller, meterhoch vollgelaufene Gehöfte und „Land unter“ in Niederbolheim und am Katharinenhof. Seit der Vertiefung des Neffelbachs in den 60er Jahren hat es ein solches Hochwasser am Neffelbach noch nicht gegeben. Auch auf dem Friedhof hat der Starkregen Schäden hinterlassen. Einzelne Gräber sind abgesackt oder Grabsteine stehen schief.

Am Mittwochabend drang durch den Starkregen in etlichen Kellern Wasser ein, durch Kellerschächte, durch den Kanal oder durch nasse Wände. Wasserströme aus der Feldflur setzten einige landwirtschaftliche Gehöfte unter Wasser. So stand in Bergerhausen eine Halle meterhoch unter Wasser. Hier konnte der Burggraben die Wassermassen nicht mehr halten. Mit eigenen Pumpen, mit notdürftig aufgeschütteten Wällen versuchte man, die Wassermassen zu bändigen. Am „Mölleberg“ ergoss sich ein Wasserstrom, der vorübergehend die Wiese unter Wasser setzte. Im Park Bergerhausen bildete sich ein neuer Teich.

Im Laufe des Donnerstags stieg der Pegel des Neffelbachs dann durch die Wassermassen, die aus der Eifel kamen, kontinuierlich an. Am Katharinenhof, wo das Seelrather Fließ in den Neffelbach fließt und schon häufig der Neffelbach über die Ufer geht, stand das Wasser so hoch wie nie. Es war kein Spalt mehr frei zwischen Brücke und Neffelbach. Der Neffelbachradweg stand teilweise unter Wasser.

Auch in Niederbolheim schwoll der Neffelbach an und setzte die angrenzenden Wiesen, den Spielplatz und die Dorfstraße unter Wasser. Mit vereinten Kräften versuchten Anwohner und Helfer mit hunderten Sandsäcken, anderen Barrieren und Pumpen, die Wassermassen aus den Höfen zu halten. Der Krisenstab der Stadt unter Leitung der Feuerwehr machte sich auch hier ein Bild vor Ort. Der Bauhof unterstützte bis spät in den Abend mit Sandsäcken. Die Feuerwehr aus Buir unterstütze mit Pumpen, da die Blatzheimer Feuerwehr an anderen Orten in der Stadt unterwegs war. Glücklicherweise begann ab Mitternacht der Pegel zu sinken, die Barrieren hielten stand. Die Arbeit hatte sich zumindest hier gelohnt. Am Freitagabend versuchte die Blatzheimer Feuerwehr noch die großen Wassermassen rund um die alte Burg Niederbolheim abzupumpen.

„Wie in anderen Orten war während der Hochwasserlage auch hier die Hilfsbereitschaft sehr groß“, sagte Ortsvorsteher Klaus Ripp. „Ein Anruf genügte und jemand stellte Auto und Anhänger zur Verfügung, um Sandsäcke im Bauhof abzuholen. Andere brachten Wasserpumpen. Viele packten einfach mit an. Und viele weitere Helferinnen und Helfer hatten ihre Unterstützung angeboten. Vielen Dank an die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die sich überall nützlich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt natürlich der Feuerwehr, die von Mittwochabend bis Freitagabend fast rund um die Uhr im Stadtgebiet unterwegs war. Ein Dank ebenso an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofes und des Krisenstabs der Stadt, der in dieser außergewöhnlichen Situation entscheiden musste, wo welche Hilfe am dringendsten erforderlich war.“

Und auch das gehört zum Hochwasser dazu: Nach getaner Arbeit unternahmen die Kinder, die auch geholfen hatten, eine Erkundungstour mit dem Schlauchboot abseits der starken Strömung des Neffelbachs. Und bei der Hilfe lernten sich erstmals Leute kennen, die schon seit ein paar Jahren gemeinsam im Ort wohnen.

Ortsvorsteher Klaus Ripp hat angekündigt, dass er nach den Sommerferien zu einem Erfahrungsaustausch einladen wird, um zu prüfen, wo und wie man aufgrund der aktuellen Erfahrungen mit möglichst einfachen Mitteln künftig einen besseren Schutz vor ähnlichen Hochwassersituationen erreichen kann.

Am “Mölleberg”:

Die Bilder wurden überwiegend im Laufe des Donnerstags gemacht. Am Abend waren die Wasserstände noch höher.

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